Ratgeber · Lesezeit 5 Minuten

Faire Geschenke erkennen: Die wichtigsten Siegel

„Nachhaltig“, „bewusst“, „grün“: Solche Wörter darf jeder Hersteller auf seine Produkte schreiben. Verlässlich sind nur Siegel, die von unabhängigen Stellen vergeben und kontrolliert werden. Hier erfährst du, welche wirklich etwas aussagen und worauf du beim Schenken achten solltest.

Kleidung und Textilien

GOTS (Global Organic Textile Standard) ist das bekannteste Siegel für Bio-Textilien. Es prüft nicht nur die Faser, sondern die ganze Herstellung: Färben, Ausrüsten, Nähen. Steht „organic“ auf dem Etikett, sind mindestens 95 % Bio-Fasern enthalten, bei „made with organic“ mindestens 70 %. Auch Sozialstandards für die Fabriken gehören dazu.

IVN Best vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft gilt als das strengste Textilsiegel. Es verlangt 100 % Naturfasern aus Bio-Anbau und schließt viele Chemikalien aus, die GOTS noch erlaubt.

Fair Wear ist kein Produktsiegel, sondern eine Mitgliedschaft der Marke. Die Fair Wear Foundation prüft, wie es den Menschen in den Nähereien geht, und veröffentlicht regelmäßig Berichte über jede Mitgliedsmarke. Über das Material sagt Fair Wear nichts aus. Ideal ist deshalb die Kombination mit GOTS.

Grüner Knopf ist das staatliche Siegel der Bundesregierung. Es prüft sowohl das Produkt als auch, ob das Unternehmen insgesamt Verantwortung für seine Lieferkette übernimmt.

OEKO-TEX Standard 100 wird oft für ein Öko-Siegel gehalten, ist aber keins. Es bestätigt nur, dass das fertige Produkt auf Schadstoffe getestet wurde. Wie die Baumwolle angebaut wurde oder wie die Näherinnen bezahlt werden, spielt keine Rolle. Für Babykleidung ist es trotzdem ein sinnvoller Mindeststandard.

Lebensmittel und Genuss

Fairtrade sichert Kleinbauern einen Mindestpreis und eine zusätzliche Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Das ist besonders bei Kaffee, Kakao, Tee und Baumwolle wichtig, wo die Weltmarktpreise stark schwanken.

EU-Bio-Siegel (das grüne Blatt) ist der gesetzliche Mindeststandard für Bio-Lebensmittel. Demeter, Bioland und Naturland gehen deutlich weiter, etwa bei Tierhaltung und Düngung.

Holz, Papier und Spielzeug

FSC kennzeichnet Holz und Papier aus Wäldern, die nach ökologischen und sozialen Regeln bewirtschaftet werden. Bei Holzspielzeug lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Norm EN 71-3: Sie bestätigt, dass Lacke und Farben speichelfest und für Kinder unbedenklich sind.

Kosmetik und Haushalt

NATRUE und BDIH / COSMOS stehen für zertifizierte Naturkosmetik ohne synthetische Duftstoffe, Silikone und Mineralöle. Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen des Bundes und findet sich häufig auf Reinigungsmitteln, Recyclingpapier und Elektrogeräten.

Kurz gesagt: Bei Kleidung auf GOTS oder IVN Best plus Fair Wear achten, bei Lebensmitteln auf Fairtrade und Bio, bei Holz auf FSC und bei Kosmetik auf NATRUE oder COSMOS. Und das nachhaltigste Geschenk ist immer eines, das lange benutzt wird.

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